Montag, 31. Mai 2010

Die RedBull Kollision in Istanbul

Da ist nun mal wieder eine dieser pikanten Situationen im Rennsport passiert: Zwei Teamkollegen kollidieren, und das in Führung liegend. Immer wieder wird in jedem Team gesagt: "so etwas darf nicht passieren", und immer wieder kommt es dann doch vor. Manchmal halten Fahrer das für normal, wer erinnert sich da an die Herren Olivier Pla und Alex Premat in der Formel 3 vor einigen Jahren?

Wann war dies in der Formel 1 zuletzt der Fall? Manche gehen zurück in die Ära Senna/Prost. Vergleichbar ist dies jedoch nicht mit dem RedBull Duo Mark Webber und Sebastian Vettel, denn damals war Absicht im Spiel. Und diesmal?

Gesten und Gesichter der betroffenen Fahrer sagen wie so oft mehr als Worte. Dass ein Fahrer unmittelbar nach einer Kollision eh den anderen für den Schuldigen hält liegt in der Natur der Sache. Hochinteressant waren nach dem Rennen Kommentare von Fahrerkollegen. So wurde dem Nico Rosberg von Sky der Unfall zum ersten Mal gezeigt. Sichtlich überrascht von der Heftigkeit des Unfalls machte er als Auslöser gleich das Nach-rechts-ziehen von Sebastian als Ursache aus. Lewis Hamilton war direkt hinter den beiden als der Unfall passierte. Er wollte seine Meinung zur Unfallursache nicht direkt kundtun, nicht ohne aber in einem Nachsatz zu erwähnen dass Mark wohl das Opfer ist. Man hört dass innerhalb des RedBull-Teams manche Leute das eher andersrum sehen - dies wirft wiederum Fragen nach dem Rückhalt für Mark Webber teamintern auf und nach dessem Einsatzteam 2011.

Was wirklich passiert ist, ist eigentlich einfach: Ein Fahrer fährt mittig um den überholenden das Leben nicht zu einfach zu machen. Der andere fahrer will überholen, hat dabei knapp genug Platz und zieht plötzlich etwas Richtung Ideallinie und der Platz geht aus.
Für mich zeigt die Analyse: Beide Fahrer haben den anderen falsch eingeschätzt. So ging wohl Vettel davon aus dass sein Teamkollege schon zur Seite fährt wenn er kommt. Umgekehrt dachte Webber wohl, sein Teamkollege würde nie in ihn Reinfahren. Ob das Naivität ist, oder Vertrauen auf den Respekt unter Teamkollegen kann sich jeder selbst überlegen.

Interessant auch die Aufklärung wie es dazu kommen konnte nachdem Mark Webber zu beginn des Rennens schneller wirkte: Webber war zu dieser Zeit am Benzinsparen und Vettel konnte aufschliessen. Zusätzlich wurde am Kommandostand auch überlegt, Webber anzuweisen dass Vettel vorbeifahren darf weil Hamilton sonst Vettel zu gefährlich wird. Der Funkspruch kam aber nicht mehr rechtzeitig.

Da die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt werden kann und wenn man dazu die WM-Situation mit bedenkt, verspricht dies noch einige Zeit uns zu beschäftigen. Denken wir zurück um ein Jahr, welche unschönen Themen damals dauerhaft in den Medien präsent waren. Heute sind es sportliche Dinge. Vergessen sollten wir auch nicht dass der Türkei GP bis zum Unfall uns einen dauerhaften Vierkampf um die Führung gezeigt hat.

Und das ist das Gute daran: Diese WM-Saison ist eine der allerbesten, wenn nicht die Beste überhaupt. Und wir Fans sind dankbar dass es so ist!

Mittwoch, 26. Mai 2010

Auto GP in Imola

So langsam habe ich das letzte Wochenende aufgearbeitet, heute mit der Aufzeichnung der Auto GP läufe in Imola. Was für eine unglückliche Saison für Giorgio Pantano, dem Speedsport Tipp für die Meisterschaft. Kein zählbares Ergebnis außer einer schnellsten Rennrunde und dann noch einen zweiten Platz mit einem Anfängerfehler weggeworfen. Hier kann man nur sagen: Es kann nur besser werden.

Gut dagegen kann man auch den Ausgang des Massenunfalls zum Start des Sonntags-Rennens bezeichnen. Eine Verkettung unglücklicher Umstände eliminierte hier gleich 6 Fahrzeuge und sorgte für Rennabbruch.

Wie schon beim ersten Rennwochenende in Brno gewann das Sonntagsrennen mit Carlos Ianconelli ein Fahrer der in der Qualifikation nicht zu den schnellsten gehörte, aber dennoch eine überzeugende Leistung bot. Der zweitplatzierte Celso Miguez konnte sich kampfstark auf Rang 2 behaupten, nachdem er in der Qualifikation ganz hinten war. Handlingsschwächen seines Lolas waren gut im Bild zu sehen - anscheinend hat sein Team RP Motorsport den Wagen noch nicht wirklich im Griff. Oder der Pilot sein Können? Die Biographie von Celso Miguez könnte auch das vermuten lassen...

Dienstag, 25. Mai 2010

Formel3 in Valencia, GT1 WM in Brno

Heute konnte ich in aufgezeichneter Form weitere Rennen des Wochenendes verfolgen. Zunächst die Formel 3 in Valencia. Hier hat Roberto Mehri sich bei beiden Starts als sehr hitzköpfig gezeigt. Beim zweiten Start war in der Anfahrt zur ersten Kurve schon klar: die beiden räumen sich ab und gehen sich dann an die Gurgel... und die Wiederholung zeigte dann genau das...

Eigentlich wollte ich auf Bloomberg die Qualifikation und beide Rennen der FIA GT1-WM aufzeichnen, aber der Sender wollte wohl lieber Börsennews und Golf senden. Dank des GT1-TV auf der offiziellen Website kann man aber alles jederzeit verspätet verfolgen. Dies zwar nur mit englischen Kommentar, dieser ist aber sehr kompetent und mitreißend und so macht nicht nur Zuschauen sondern auch Zuhören wirklich Spaß! Die GT1 Weltmeisterschaft ist in meinen Augen eine der allerbesten Rennserien geworden. Ein volles Startserfeld mit richtig geilen Fahrzeugen, zum Großteil qualitativ hochkarätig besetzt und das mit einem neuen Rennformat das knackige Kämpfe trotz Langstreckenelementen bietet.

Besonders hervorheben möchte ich das Qualifying, das ähnlich wie in der Formel 1 in drei Teilen ausgetragen - allerdings abwechselnd mit beiden Fahrern bestritten wird. Hier steht die Leistung jeden einzelnen Fahrers genauso wie die Taktik des Teams im Vordergrund.

In Brno konnte man in beiden Rennen überall Zwei- und Mehrkämpfe beobachten - zum Teil mit allen 6 Marken zusammen. Wie schon beim Saisonauftakt in Abu Dhabi zeigte sich Romain Grosjean sowohl kämpferisch wie vom reinen Speed in Bestform. Wenn Grosjean nicht zurück in die Formel 1 wechseln kann täte er gut daran in der GT1 WM zu bleiben, er hat das Zeug zu einem Star in der Sportwagenszene.

Einen Namen möchte ich noch extra erwähnen: Nicky Pastorelli. Nie hätte ich ihm zugetraut den Lamborghini in beiden Rennen vorne in Podestnähe zu bewegen, war er doch in der bisherigen Karriere bestenfalls ein Mann für das Mittelfeld (abgesehen von einem glücklichen Euro3000 Titel in einem schwach besetztem Startefeld im Jahr 2004). Die Leistung war erste Sahne und verdient Respekt!

Sonntag, 23. Mai 2010

Tourenwagen - mit mehr oder weniger Action: DTM Valencia, WTCC Monza

Dieses Wochenende war es mir nur möglich die DTM live am TV zu sehen, alle anderen Serien müssen warten. Eine große Freude war dies jedoch nicht, war doch das DTM-Rennen recht langweilig. Als einzige Überholmanöver ausserhalb der Startrunde konnte ich Molina/Paffett und umgekehrt erkennen, was freilich mit erfrischender Entschloßenheit vorgetragen war. Leider wurde so etwas wie in der DTM üblich gleich schlechtgeredet, sei es von Gary Paffett wie seinem Chef.
Komm, Gary, du bist der Speedsport-Tipp 2010 für die Meisterschaft, und ich glaube immer noch dass du der Favorit auf die Krone bist. Beschwer dich nicht über gesunde Härte im Zweikampf, schau dir dazu lieber ein paar WTCC Rennen an.

Wer erinnert sich zum Beispiel an die Rennen an selber Stelle vor einigen Jahren, wo James Thompson beide Rennen mit vielen Überholmanövern gewinnen konnte?

Überhaupt WTCC - diese Rennen konnte ich dann noch aufgezeichnet ansehen. Was für ein herrlicher Tourenwagen-Sport. Kämpfe im ganzen Feld, toller Sport und überaschende Rennergebnisse die beide Male bis in die letzte Kurze nicht so erkennbar waren. Wunderbar!

Es geht los!

Willkommen im neuen Speedsport Magazine Blog!

Hier erscheinen ab sofort in loser Folge Kommentare, Gedanken und Nachrichten zum aktuellen Renngeschehen auf und abseits der Rennstrecken.

Kommentare dazu sind jederzeit erwünscht :)