Samstag, 26. November 2011

Macau - jedes Jahr ein Highlight und krönender Saisonabschluss für die Tourenwagen WM und auch die Teams der diversen nationalen Formel 3 Serien.

Wie nicht anders zu erwarten war, gab es in allen Rennen Gelbphasen, die aber den Rennfluss teilweise arg störten. In der Tourenwagen WM hat Rob Huff alles richtig gemacht und dennoch den Titel knapp verfehlt - in Macau hat er den Titel auf jeden Fall nicht verloren.
Gratulation auf jeden Fall an Yvan Muller und die Chevrolet Truppe für einen verdienten Titel - verbunden mit dem Wunsch nach erstarkter Konkurrenz für 2012!
Auf dem Wunschzettel hätte ich etwa Tom Coronel in einem etwas konkurrenzfähigerem BMW, dazu ein Teamkollegen wie Thomas Biagi (Planungen dazu gab es ja auch schon 2011), dazu noch Colin Turkington als weiterer BMW-Stammfahrer und mindestens 3 Volvos mit starken Piloten.

Beim Formel 3-GP hat Marco Wittmann den Sieg unglücklich beim Neustart nach einer Gelbphase verloren. Jeder der das Rennen verfolgt hat, hat aber die starke, fast dominante, Vorstellung bemerkt. Für seine weitere Karriere wird ihm das sicherlich nicht schaden.
Für Daniel Juncadella war sein Sieg dagegen ein schöner Saisonausklang, nachdem er das ganze Jahr über doch stark im Schatten seines Teamkollegen Roberto Merhi gestanden ist.
Eine kleine Entdeckung unter den großen Namen in diesem Rennen war für mich Yuhi Sekiguchi. Als amtierender Meister der japanischen Formel 3 ist er zwar kein ganz unbeschriebenes Blatt, aber in Anbetracht der dünnen Konkurrenz dort war nicht unbedingt viel von ihm zu erwarten. Ein siebter Platz in der Qualifikation und ein vierter Platz im Rennen ist eine absolut saubere Leistung -umso höher einzuschätzen wenn man weiß, dass er nur als Ersatzfahrer kurzfristig zu Mücke Motorsport vermittelt wurde. Es würde mich freuen, wenn Yuhi kommendes Jahr in Europa bei Peter Mücke unterwegs sein kann. Wundern würde es mich auf jeden Fall nicht.

Eher zufällig bin ich noch über eine sehr interessante Veranstaltung vom vorletzten Wochenende gestolpert. Der "Fuji Sprint Cup" enthält Rennen zur Formel Nippon und der japanischen GT-Meisterschaft. Alle Rennen zählen nicht zu den Meisterschaftswertungen und wurden deshalb ursprünglich nicht in die Rennkalender im Speedsport Magazine aufgenommen.
Hochinteressant das Rennformat für die Super GT: Die Fahrer, die sich während der Saison ein Auto geteilt haben bekommen hier je ein Rennen für sich alleine - ein eigenes Qualifying und eigenes Rennen über 100km. Das alles ohne die Zusatzgewichte, die man sich während der Saison "erarbeitet hat".
Dies gibt hochinteressante Einblicke über die Kräfteverhältnisse der einzelnen Fahrer, auch innerhalb der Zweierteams auf einem Auto. Dazu bekamen die Zuschauer vor Ort gleich 4 Sprintrennen zu sehen, denn auch die GT500 Klasse und die GT300 Klasse fuhren jeweils getrennte Rennen.

Mir würde diese Idee auch für andere Sportwagenserien mit zwei Fahrern pro Auto gefallen, wie etwa für die GT1 Weltmeisterschaft!

Donnerstag, 17. November 2011

Endlich wieder ein Sieg für Lewis Hamilton! Damit hat er nun ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt, nachdem Boulevard-Themen rund um Nicole Scherzinger in den letzten Tagen die vorherrschenden Themen waren. Ganz abwegig sind die herbeigeholten Zusammenhänge aus privatem Umfeld und sportlicher Leistung keineswegs: Mir fallen allein aus der DTM mehrere Piloten ein, die offensichtlich bei intaktem Liebesglück Spitzenleistungen an den Tag legen, bei privaten Krisen oder Beziehungsenden hingegen verschlechtern sich die Leistungen. Die mentale Seite ist eben mit das wichtigste Erfolgsrezept für einen Rennfahrer.

Als Überbleibsel der ehemaligen GP2 Asia-Serie fanden im Rahmen der Formel 1 noch zwei "GP2 Finals" genannte Rennen statt.
Nach einer schwierigen Saison 2011 fand sich Fabio Leimer auf Anhieb im Racing Engineering Auto gut zurecht und darf sich nun nicht nur GP2-Finals-Sieger nennen, sondern machte auch im darauf folgenden Formel 1 Test bei Sauber einen überzeugenden Eindruck. Es bleibt abzuwarten wohin seine Karriere noch führt, eine überzeugende GP2 Saison ist aber 2012 ein Muss. Potential nach ganz oben ist auf jeden Fall vorhanden!

Neben der Formel 1 und GP2 in Abu Dhabi stand letztes Wochenende noch die ILMC in Zhuhai auf dem Programm.
Das etwas dürftige Starterfeld wurde ausnahmsweise noch mit einigen GT3-Fahrzeugen aufgefüllt. Mit dabei in einem Mercedes SLS GT3 auch Mika Hakkinen. Es war sein erster Renneinsatz seit Ende der DTM-Karriere. Wie man hört soll dieser Einsatz Mika doch möglicherwiese wieder Appetit auf ein Renncomeback gegeben haben...

Das Rennen in Zhuhai war gleichzeitig das letztes Rennen unter dem Namen "Interkontinentaler LeMans Cup" bevor es nächstes Jahr wieder eine echte Langstrecken-Weltmeisterschaft geben wird.
Dann endlich auch ohne diese Mischrennen mit der LeMans-Serie. Auch wenn es dadurch dieses Jahr zu proppenvollen Starterfeldern gekommen ist, sind in meinen Augen Rennen mit 2 Rennserien (und jeweils 4-5 Klassen die sich zum Teil überschneiden) doch sehr unübersichtlich - möchte man noch mögliche Punkte in den Tabellen hochrechnen ist das fast unmöglich.
Wie logisch ist es, dass ein bestplatziertes ILMC-Auto in seiner Klasse Punkte für den dritten Platz bekommt, wenn davor im Ziel zwei andere Fahrzeuge liegen, die aber gar nicht um die ILMC-Wertung fahren und entsprechend gar keine Punkte bekommen!? Ach ja, nicht zu vergessen sind die Bonuspunkte für die besonders lange Verwendung der Motoren...

Mittlerweile ist der Kalenderentwurf für 2012 veröffentlicht - unverständlich dabei wie es aufgrund der derzeitigen politischen Lage Bahrain auf den Kalender geschafft hat.

Samstag, 12. November 2011

Mit einem großen Knall verabschiedete sich die FIA GT1 Weltmeisterschaft in die Winterpause. Die Startkollision beim Hauptrennen beraubte nicht nur vielen Fahrern die Chance auf ein Highlight im letzten Rennen , sondern sorgte gleich noch für eine Safety-Car-Phase die fast ein halbes Rennen lang andauerte.
Danach allerdings gab es packende Kämpfe auf dieser wunderbaren Strecke bei San Luis zu sehen und nebenbei sorgte der Stand in der Teammeisterschaft für Spannung.
Zunächst sah es nach einem Kampf zwischen Fischer Racing (Aston Martin Young Driver) und JR Motorsport aus, plötzlich spülte der Rennverlauf (mit Hilfe von Durchfahrtsstrafen für die bestplatzierten Autos dieser beiden Teams) Hexis Racing in die führende Position der Wertung.
Die Durchfahrtsstrafen wurden ausgesprochen weil sich beide ganz offensichtlich zum Start der Saftetycar-Phase einen Vorteil verschafft haben und noch mehrere Konkurrenten überholten. Interessant dabei die Twitter-Nachricht von Markus Paltalla nach dem Rennen: Er sei noch von einem dritten Wagen unter gelb überholt worden, nämlich einem Hexis Aston Martin, dieses blieb jedoch unbemerkt...

Update: Hier ein Beweis-Video dazu!

Neben dieser Aufregung gab es noch zwei neue Sieger - beides Debütanten in der GT Weltmeisterschaft: Yelmer Buurman und Francesco Pastorelli. Beide waren absolut überzeugend. Dass Buurmann ein guter Fahrer ist, hat er schon in diversen Formelserien bewiesen. Auf solch einen Einstand hätte ich aber sicher nicht gewettet. Francesco Pastorelli hat mich umso mehr überrascht. Sowohl im Qualifying wie auch im Rennen konnte er immer wieder absolute Spitzenzeiten fahren - wenn auch nicht konstant am Stück. Für jemanden der auf internationaler Ebene so gut wie keine Rennerfahrung hat (abgesehen von ein paar ALMS Rennen vor einigen Jahren) wahrlich eine Empfehlung!

Wie viele andere europäische Zuschauer sicher auch, habe ich zum ersten Mal Rennen auf der chinesischen Tianma-Strecke in Shanghai gesehen. Die ersten Bilder der Strecke brachten dann eher eine Kartbahn zu Vorschein als eine WM-würdige Strecke. Umso positiver überraschend war dann der Rennverlauf. Die Piloten lieferten eine gute Show und es gab Podiumsplatzierungen für 3 Marken. Mit am positivsten aufgefallen ist mir Colin Turkington - er gehört auf jeden Fall in die Tourenwagen WM und ich hoffe sehr, dass er einen festen Platz für 2012 bekommt.

Freitag, 4. November 2011

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen der Formel 1-Premiere in Indien.
Von allen Seiten gab es lobende Worte für die Strecke bei Greater Noida. Das Rennen selbst war zwar auf den vorderen Plätzen eher langweilig, aber ich meine doch, dass die Streckenführung grundsätzlich spannendere Rennen zulässt.
Eine ähnlich gute Strecke wurde von Hermann Tilke in Istanbul gebaut - leider in einem Land wo sich kaum jemand für Motosport interessiert. Es bleibt abzuwarten, ob die Formel 1 oder andere Serien dort überhaupt noch Station machen werden.
Dagegen war das allgemeine Interesse und die Zuschauerzahl in Indien beachtlich. Ich bin zuversichtlich, dass der Indien-GP künftig einen festen Platz im Formel 1-Kalender haben wird - und das zurecht.

Wenn man Fahrer nach den besten Strecken dieser Welt fragt, hört man immer wieder Spa-Francorchamps und Suzuka, ab und zu auch andere Klassiker wie Laguna Seca. Von den modernen Strecken dürfte künftig Indien sicher ganz vorne rangieren.

Auf einer ganz anderen richtig tollen Strecke findet am kommenden Wochenende das Saisonfinale der FIA GT1 Weltmeisterschaft statt: Portero de los Funes bei San Luis in Argentinien - ich meine, diese Piste gehört auf jeden Fall in die Liste der weltbesten Rennstrecken. Ich freue mich sehr auf stimmungsvolle Bilder dieser einzigartigen Streckenführung an Häusern vorbei rund um einen, zwischen Bergen eingebetteten Vulkansee!