Donnerstag, 27. Oktober 2011

Auch eine Woche nach der Tragödie um Dan Wheldon kommt die Motorsportwelt nicht zur Ruhe, denn nun hat auch der Motorradsport mit Marco Simoncelli einen tödlichen Unfall zu beklagen. Rennen auf zwei Rädern verfolge ich zwar nicht, dennoch macht mich das natürlich auch betroffen. Genauso wie eine große Anzahl aktiver Automobilrennfahrer, wie sie über Twitter kundtun. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass schwere Unfälle immer zeitlich nah aufeinander folgen - warum auch immer. Lasst uns nur hoffen, dass sich die dunkle Wolke nun verzogen hat.

Im Nachgang zum vorletzten Wochenende möchte ich besonders das Video zum "Dan Wheldon Memorial" empfehlen. Es ist äußerst sehenswert wie Dans Freunde Dario Franchitti, Tony Kanaan und Bryan Herta die Trauergesellschaft zum Lachen bringen und amüsante Geschichten zum Besten geben.
-> Teil 1 Dan Wheldon Memorial auf Youtube
-> Teil 2 Dan Wheldon Memorial auf Youtube

Schönere Geschichten schrieb der Motorsport am Wochenende in Japan.
In der Tourenwagen WM konnte Tom Coronel die gesamte Chevrolet-Armada hinter sich halten und seinen ersten Sieg seit 2 Jahren - damals auch in Japan - feiern.
Überhaupt fand ich das Debüt der Tourenwagen in Suzuka durchaus gelungen - obwohl leider auf dem kurzen Kurs gefahren wurde, ohne die tollen Passagen im rückwärtigen Teil der Strecke. Für die Zuschauer vor Ort ist dies sicher besser, da sie mehr von den beiden kurzen Rennen sehen. Für das Fernsehen und als fahrerische Herausforderung wäre aber die gesamte Strecke zu bevorzugen.

In Hockenheim fand das Saisonfinale der DTM mit dem Sieg von Jamie Green einen versöhnlichen Abschluss für Mercedes.
Besonders aufregend war das Rennen nicht. Ich hoffe, dass mit den neuen Autos 2012 die Rennen besser und spannender werden - allzu optimistisch, dass es so kommen wird, bin ich aber noch nicht. Da wird es wohl in den nächsten Wochen weitaus spannender sein, zu sehen, mit wem sich die noch offenen Fahrerplätze füllen.

Genau wie die DTM fuhr auch die Formel 3 Euroserie ihr Saisonfinale in Hockenheim.
Hier war ich positiv überrascht: Ein paar Fahrzeuge mehr, dazu eine Strecke mit Überholmöglichkeiten und etwas mehr Konkurrenz an der Spitze sorgten für abwechslungsreiche und spannende Rennen, nachdem es im Lauf des Jahres doch oft sehr öde Rennen gab. Besonders freut mich, dass Felix Rosenqvist nach seinem Sieg beim Formel 3 Masters in Zandvoort nun endlich auch einen Euroserien-Lauf gewinnen konnte. Er wird bei Mücke bleiben und ich denke, dass mit ihm das Mücke Motorsport 2012 wieder ernsthaft um den Titel mitfahren kann.

Montag, 17. Oktober 2011

Der erste Blogeintrag seit langem - eigentlich sollte es ein Grund zur Freude sein, denn endlich ist das neue Speedsport Magazine online.
Doch natürlich steht dieser Montag unter dem Schein der tragischen Ereignisse beim gestrigen Indycar Saisonfinale auf dem Las Vegas Speedway.
Die Motorsportwelt trauert um Dan Wheldon und verarbeitet den wohl dramatischsten Massenunfall in der Neuzeit des Motorsports.

Beteiligte Fahrer beschrieben die Unfall-Szenerie mit Spielfilmen: etwa wie eine Szene bei Terminator. Wenn man die Vielzahl der auf der Strecke verteilten, zum Teil sogar brennenden Teile gesehen hat kann man dem nur zustimmen. Wenn man die Wiederholung des Unfallhergangs sieht, mit immer wieder neu in die Luft aufsteigenden Rennwagen, wünscht man sich zwangsläufig das wäre nur ein Film.
Es mag komisch klingen, aber es erscheint mir letztlich doch verwunderlich, dass "nur" ein Fahrer tödlich verletzt wurde und die vielen Beteiligten unverletzt sind oder kaum nennenswerte Verletzungen davongetragen haben.

Ich bin grundsätzlich kein Freund von Ovalrennen - zumindest nicht mit Formelfahrzeugen. Betrachtet man die Hintergründe zu diesem fatalen Rennen genauer, stößt man auf Aussagen von Fahrern, die bereits vor dem Rennen ein ungutes Gefühl hatten.
Diese Strecke ist ein Oval für NASCAR-Fahrzeuge, nicht für Formelboliden. Durch die starke Überhöhung sind die Geschwindigkeiten extrem hoch. Dazu kommt das Rekordstarterfeld von 34 Autos, was für eine hohe Verkehrsdichte auf dem 1,5 Meilen (= 2,4km) Oval sorgt.
Vergleicht man das mit einem durchschnittlichen Formel 1 Rennen , würde das ein Starterfeld von etwa 70 Fahrzeugen bedeuten. Nur mit dem Unterschied, dass die Formel 1 nicht dauernd unter Vollgas an einer Mauer entlang fahren würde.

Während ich Ovalrennen skeptisch gegenüberstehe, mag ich die Indycar Rennserie gerne. Im Jahr 2007 hatte ich das Glück, die beiden ChampCar-Rennen auf europäischen Boden live zu verfolgen und Fahrer wie Will Power und http://www.speedsport-magazine.de/rennfahrer-datenbank/biographie/paul-tracy-,787.html, beide gestern am Unfall beteiligt, zu erleben. In Zolder und Assen wurde guter Motorsport geboten, genauso wie auf einer Vielzahl von permanenten Rennstrecken und Stadtkursen in den USA. Auf Rennen in NASCAR-Ovalen könnte ich jedoch gut verzichten.

Nicht mehr verzichten möchte ich auf moderne Kommunikationsmittel wie Twitter. Es ist berührend, die große Anteilnahme von Motorsportlern aus aller Welt zu sehen. Die Motorsportwelt ist eine Familie, die in schweren Zeiten eben doch zueinander steht.

Nichts mehr hinzuzufügen ist dieser Nachricht von Adrian Fernandez:
"Dan Wheldon we will deeply miss you and we will work in your name to make sure this doesn't happen again, stay in peace amigo amen!"